Jeder von uns kennt es. Einem gefällt ein Lied äußerst gut, doch da gibt es diese Stellen, die einem nicht gefallen. Diese Stellen, die man am Liebsten mit seinem bevorzugten Musikgeschmack ersetzen möchte. Doch wie soll man an die Sache rangehen? Hier hat natürlich jeder seinen eigenen Stil und Herangehensweisen. Die einen fangen mit den Drums an, die anderen mit dem Bass oder den Synthleads. Ich zeige euch in diesem Tutorial wie ich einen meiner beliebtesten Trap Remix auf Soundcloud produziert habe.

 

Das ganze werde ich euch am Beispiel meines Blowin KK Remix zeigen:

 

1. Voraussetzungen

1.1 Die Digital Audio Workstation (DAW) 

Natürlich könnt ihr ohne DAW keine Musik produzieren, deswegen ist sie ein essentieller Bestandteil der Produktion. Eine Digital Audio Workstation installierst du ganz einfach auf deinem Mac oder PC, für beide Systeme gibt es unzählige Software. Die meisten benutzen FL Studio, ich persönlich bevorzuge Logic Pro X. Darauf basiert auch diese Tutorial.

1.2 Empfohlene VSTs und Sampler

Unzählige VSTs, VSTis, Synthesizer und Sampler überschwemmen heutzutage den Markt. Aber halt, wartemal. Was sind überhaupt VSTs? VSTs sind Plugins/Synthesizer, die durch fast jeder DAW unterstützt werden. Mittlerweile funktionieren sie fast auf jeder DAW (Ausnahmen gibts jedoch, wie bspw. Reason). Nicht wenigen fällt es schwer, sich bei dem riesigem Angebot zu entscheiden.

Meine persönliche Empfehlung VST/Plugin Empfehlung für einen Trap Remix:

Sampler VSTs Plugins

  • Kontakt 5 Sylenth Sausage Fattener
  • EXS24 (Built-In Logic ProX) Spire Nicky Romero Kickstart
  • Massive
  • Gladiator
VSTS

Übersicht VSTS

 

2. Vorarbeit

Bevor wir nun zu Remixen anfangen, müssen wir noch einige Sachen ermitteln und anpassen.

Tempo

Tempo Einstellungen

2.1 Ermittlung des Tempos

Als erstes ermitteln wir die Geschwindigkeit des gewünschten Songs mithilfe einer DJ Software (bspw. Traktor 2), bzw. mittels der DAW (Logic Pro X – BPM Counter). Nachdem wir das Tempo ermittelt haben, setzen wir es auf die gewünschte Geschwindigkeit. Bei Trap nutzt man da meistens BPM Ranges von 65-80 BPM. Hip Hop hat ähnliche BPM Ranges wie Trap, deswegen eignet sich Hip Hop besser in Trap zu remixen, als z.B EDM (128-130 BPM).

2.2 Tonlage ermitteln

Nachdem das Tempo ermittelt wurde und zum gewünschten modifiziert wurde, müssen wir herausfinden, in welcher Tonlage das Lied ist, um dann in der gleichen oder abgeänderten Tonlage unsere Töne einspielen können.

2.3 Frequenzen Eliminieren

Meistens erweist sich der Weg, eine Acapella zu finden, als härter wie gedacht. Die Suche im Internet endet meistens vergeblich. Falls ihr doch die Acapella findet, fällt dieser Schritt weg.

Eine Nutzung des originalen Songs bleibt einem als letzte Option offen. Ich mache mir hier Equalizer zunutze, und eliminiere meistens die Bass- Frequenzen von 75-150Hz, und ersetze sie dann mit meinem selbstgemachten Bass/Drums. Hierbei muss man aufpassen, dass es nicht zu einer Frequenzüberlagerung kommt, die in einem verzerrtem Sound resultiert. Nach Schritt 3 hat man eigentlich den Hauptteil der lästigen Arbeit erledigt, und kann ans eingemachte rangehen und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

 

3. Hands On – so wird Trap produziert!

3.1 Drop that Trap BASS

Als erstes  darf keinesfalls der 808 Trap Bass fehlen, da er bei Trap eine essentielle Rolle spielt. Um einen solchen Trap Bass zu kreieren stehen einem verschiedene Möglichkeiten offen. Zum einen kann man den 808 Bass aus einer Sample Bank in Kontakt 5 samplen, oder man erstellt den Bass in Massive oder anderen Synthesizer selber. Meistens nimmt meine einen sogenannten „Sine“ Synth, und boostet die Bass-Frequenzen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Letzteres erweist sich aber meistens als sinnvollere Lösung, da beim Samplen ein Qualitätsverlust auftritt. Nachdem der Bass und die Drums gemacht worden sind, kann man einen Drop kreieren. Meistens lässt man in dem Trap Drop am Anfang lediglich den Bass, Kick, Snare und einen glided Synth laufen.

3.2 Sidechain that Trap Bass

Ein Geheimtipp: „Gibt eurem Bass ein kleinen Anteil an Sidechain“. Warum? Immer wenn der Kick einsetzt, wird der Bass kompressiert. Das Resultat kann sich zeigen lassen! Gerade so Kleinigkeiten lassen eure  Remixes professioneller klingen! Der einfachste Weg, eine Spur zu „sidechainen“ ist mithilfe von Nicky Romeros „Kickstart.

3.4 Fill Ins und FX sind wichtiger als du dir denkst

Fills

Fill Ins

Das schwierigste ist, den Remix so zu produzieren, ohne dass man merkt, dass es verschiedene Kompilationen sind. Damit meine ich, dass die Übergänge sauber klingen müssen. Zu diesem Ergebnis kommt man mit dem Einfügen sogenannter Effects (FX) und Fill Ins (Lückenfüller). Dadurch hebt sich die Monotonie in einem Song auf und der Markt ist davon überschwemmt (Vengeance, Fox Samples.. etc). Effekte und Fill ins werden häufig alle 4-8 Bars, jeweils im letzten Bar eingesetzt. (Siehe Bild)

Im darauffolgenden Bar setzt man dann einen Impact oder Downfilter ein, das gibt dem Song noch die letztbenötigte Power. Viele sind sich dessen Unbewusst, wie stark sich Effekte und Fill Ins auf ihre Produktion auswirken. Ich würde sogar schon fast sagen, dass sie fast 20-30% des Songs ausmachen. Setzt man diese Komponenten sinnvoll ein, wirken sie sich äußerst Positiv auf den Song aus, und lassen deine Komposition viel Abwechslungsreicher klingen.

 

4. Arrangement

Nachdem der Remix gebaut ist, geht man ans arrangieren. Viele machen es auch während dem Aufbau nebenbei, andere danach. Ihr könnt es machen, wie es euch am Liebsten ist. Dabei müsst ihr nur beachten, alle 4-8 Bars Fill Ins, bzw FX einzusetzen, um die Monotonie auszuhebeln. Das Mixen kann man wie das Arrangement auch während dem produzieren zwischendurch machen, manche machens so, die anderen so, finde am besten deinen eigenen Trap Workflow.

 

5. Mixing und Mastering

Das Mixen kann man wie das Arrangement auch während dem produzieren zwischendurch machen. In dem Mastering geht es primär darum, die Lautstärke zu maximieren. Ihr exportiert das Projekt als .wav or .m4a, setzt einen Equalizer, Limiter, Multicompressor und ein persönlicher Tipp: Sausage Fattener drauf, und versucht das Lied zu mastern. Das benötigt viel Übung und Gehörtraining, bis man es drauf hat. Zudem könnt ihr im Equalizer mithilfe des Analyzers prüfen, dass nicht übersteuert, bzw. starke Frequenzberlagerungen minimieren.

Mixing

Mixing

Mastering

Mastering

 

6. Abschluss

Einen Trap Remix zu erstellen scheint einem in der Vorstellung meistens einfacher als Gedacht. Doch meistens ist es gleichgültig mit der Arbeit, einen „Original Mix“ zu produzieren. Zudem wird die künstlerische Freiheit dem Remix gewidmet, wodurch sie leicht eingeschränkt wird.

Ich hoffe, dass das kleine Tutorial einigen weiter geholfen hat! 🙂

BESOMORPH

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