Vor etwa drei Monaten lernte ich Stinhow in unserem Studiokomplex in Berlin, Kreuzberg kennen. Er war mit DJ Stimulus verabredet, um gemeinsam an neuen Produktionen zu arbeiten. In einem kurzen Gespräch stellte sich raus, dass wir musikalisch auf einer Wellenlänge sind.

Stinhow legt regelmäßig in Berlin auf, unter anderem im Bricks. Er liebt das Auflegen, muss sich in den meisten Clubs allerdings musikalisch anpassen. Gerne würde er sich musikalisch mehr austoben und Future Bass, Trap und Soulection Type Musik auflegen. Die Future Dance Music Party war ihm bereits vor unserem Kennenlernen ein Begriff. Als ich ihn fragte, ob er dort gerne auflegen würde, nahm er das Angebot strahlend an.

Marc: Hi Nelson. Schön, dass du dir Zeit für ein kleines Interview genommen hast. Ich freue mich darauf, am 28.7. im Musik & Frieden mit dir zusammen aufzulegen. Wann hast du angefangen aufzulegen und was war deine Motivation dahinter? Hast du DJ-technisch Idole oder Vorbilder?
Stinhow: Es war ungefähr im Dezember 2016. Meine Idole Gravez und Sango legen neben dem produzieren auch auf und ich dachte es wäre einfach noch mal ein anderer Weg meine Musik an die Öffentlichkeit zu bringen. Angefangen habe ich mit einem ganz normalen Pioneer SB Controller und jetzt bin ich auf dem Weg mit CDJs zu spielen. Mein Vorbild und gleichzeitig auch Mentor ist mein Cousin DJ O’nit. Er spielt zwar überwiegend normale Club Musik aber seine Art und Weise die Songs zu mixen macht aus einem normalen Mainstream Song einen Turn up Song.

Meine Schwester hatte mir 2014 Sango und Kaytranada gezeigt. Zu der Zeit hatte ich von Genres wie „Future Beats“ oder „Soulection“ noch nie gehört. Ich wollte genau das machen was sie taten.

Marc: Ich habe deine Musik auch schon gehört und fand sie sehr gut! Seit wann machst du selbst Musik? Wer beeinflusst dich in deiner Musikproduktion?
Stinhow: Ich bin in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Wenn gerade nicht produzieren oder auflegen angesagt ist, singen wir, spielen Instrumente und lieben es einfach Musik zu hören. Meine Schwester hatte mir 2014 Sango und Kaytranada gezeigt. Zu der Zeit hatte ich von Genres wie „Future Beats“ oder „Soulection“ noch nie gehört. Ich wollte genau das machen was sie taten. Einfach nur Beats machen.

Mein Cousin Álvaro hatte damals schon zu solcher Musik gerappt und hat mir dann auch das Programm Fruity Loops empfohlen, das ich bis heute noch benutze.

Meine Inspiration hole ich mir meistens von Gravez und Sango. Gravez wegen seiner harten Drums und Sango wegen seiner kreativen Melodien und dem brasilianischen Touch. Größen wie Herobust oder RL GRIME inspirieren mich auch sehr.

Marc: Hast du bei deinen selbst produzierten Liedern einen Lieblingstrack, der für dich besonders heraussticht? Wenn ja, kannst du etwas zu dem Song erzählen?
Stinhow: Von meinen eigenen Songs habe ich zwei Favorites. Bei dem einen hatte ich gehofft er hört sich an wie von Sango produziert und mein bester Freund (Dekkapa) meinte, dass er sich genau danach anhört. Daraufhin dachte ich mir: lad ihn hoch und nenn ihn auch so.

Der Song wurde über gehyped, also produzierte ich einfach weitere Teile davon und werde es so lange machen, bis Sango irgendwann selbst diese Songs liked und teilt.

Der zweite Song ist durch den, aus meiner Sicht stärksten RnB Sänger und Freund Niqo Nuevo entstanden. Ich wollte etwas in seinem Style produzieren, möglichst hart aber slow. Meiner Meinung nach ist es einer meiner besten Produktionen.

Sie gehören beide zwar nicht zu meinen meist gehörten oder härtesten Tracks aber ich feiere sie einfach.

Marc: Was darf in deinem Backstage nicht fehlen?
Stinhow: Meine Bibel und Ginger Ale 🙌

Vielen Dank für das Interview! Wir sehen uns am 28.07. im Musik & Frieden beim Future Dance Musik Berlin Takeover IV !!

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