Wie entsteht ein globaler Hit? Was für Aspekte führen zum Erfolg? Welche Rahmenbedingungen sollte man erfüllen oder schaffen?

Die Charts und die Anzahl Streamings oder Views/Plays auf Medien-Kanälen sind heutzutage die wichtigste Währung um den Wert eines Künstlers zu erfassen. Der Schlüssel um im Ranking dabei oben zu sein: Ein Hit. Und zwar einer der sich vom Szene-Hit loslöst und zielstrebig Richtung allgemeiner Mainstream marschiert. Ganz oben in die Charts soll es gehen. Was hat ein sehr erfolgreicher Song was ein anderer normaler Song nicht hat? Gibt es bestimmte Formeln, Akkordfolgen, beliebte Töne oder ähnliches? Soll man Harmonien benutzten die sich schon x-fach durchgesetzt haben? Wissenschaftler haben die Erkenntnis gewonnen, dass die ideale Kombination wie folgt aussieht: Vier reine Dur – oder Moll-Akkorde mit einem Dreiklang, lange Töne und vorallem eine mitreissende Melodie in der Hook.

Melodie oder Text?

Was ist wichtiger? Zweifelslos spielt auch der Text eine gewisse Rolle. Das widerspiegelt zum Beispiel die Popularität von Rap ganz klar. Gewisse Textzeilen sind gar die Stärke von prägnanten und beliebten Hits der Vergangenheit. Sie müssen, vorallem im Refrain sehr eingängig sein und Laune vermitteln. Keine allzu kopflastigen oder komplexen Themen. Thematiken wie z.B. Liebe, Sehnsucht oder Fernweh funktionieren immer. Weil sie beim Hörer Emotionen auslösen und in Erinnerung schwelgen lassen. Ein breit ansprechender Text ist aber mit Sicherheit eine solide Basis für einen Chartbreaker. Entscheidender ist aber Melodie, konkreter: Die Lead-Melodie. Sie stellt den Haupt-Charakter des Songs. Morgens um 3 Uhr im Club, nach dem einen oder anderen Erfrischungsgetränk, ist diese viel wichtiger. Bei vielen grossen Hits setzt die Begeisterung auf dem Dancefloor bereits nach den ersten paar Sekunden ein. Noch bevor ein Wort gesprochen wird. Zudem wird vom Konsumenten, mit der heutigen Skip/Soundcloud-Mentalität, einem Song oftmals nur 10 Sekunden gegeben. Da entscheidet sich innerhalb dieser Zeit ob der Song anspricht oder nicht. Weniger ist mehr: Haltet es lieber einfach und versucht euren Song nicht zu überladen zu gestalten.

Qualität vor Quantität

Achtet auf die Qualität wenn ihr Musik produziert. Dies bestimmt euer Image. Wenn ihr das Gefühl habt. der Song sei fertig, gemastered und alles super, schlaft nochmal drüber und hört ihn nochmal an. In englisch gibt es das folgende Sprichwort „You never get a chance to make the first impression“. Ihr müsst überzeugt sein, vom dem was ihr releast. Die Musik-Konsumenten, Label – und Medien – Menschen machen sich ihr Urteil relativ schnell. Versucht da mit der Musik und als Künstler spannend und interessant zu sein. Vielleicht schafft ihr es einen Trademark-Sound mit Wiedererkennungswert zu schaffen. Seid kreativ: Versucht neue Töne, Elemente oder Instrumente einzubauen. Man kann auch bereits vorhandene Elemente in einer Art und Weise neu aufgreifen, aber bitte: Nie billig kopieren. Und: Lieber erstmal nur einen guten Tune veröffentlichen als 5 halbgare Songs. Versucht eine nachhaltige Karriere anzustreben.

Der Song ist fertig produziert – was nun?

Einen Hit kann man nicht planen. Eine definitive und abschliessende Formel gibt es nicht. Aber man sollte ein paar primäre Dinge beachten. Sehr viele gute Songs werden es nie in die Top 40 – Charts schaffen. Obwohl sie das Zeug dazu hätten. Was fehlt? Ein grosser Hit entsteht erst dann, wenn der Interpret bekannt ist und die Plattformen auf denen er präsent ist, gross genug sind um viele Menschen zu erreichen. Wenn ihr DJ’s seit, spielt eure Tunes in euren Sets. Wichtig: Baut sie darin geschickt ein. Sie müssen den Hörern hängenbleiben. Gebt eure Songs befreundeten DJ’s und verteilt diese generell in der Szene. Je mehr Rotation desto besser. Nutzt die neuen Medien-Kanäle. Versucht einen Hype zu generieren. Im besten Falle verselbstständigt sich das Ganze nun und gewinnt alleine an Dynamik. Darauf sollte man aber nie zählen. Oftmals ist es harte Arbeit und ein längerer Prozess. Wenn es nicht klappt: Versucht mit eurer Musik zu wachsen. Zieht die Lehren daraus und versucht diese miteinfliessen zu lassen bei eurem nächsten Projekt. Auch die grossen und bekannten DJ-Acts von heute haben mal klein angefangen und in kleinen Clubs vor 200 Leuten ausschliesslich Tracks von anderen Künstlern wiedergegeben. Die grossen Festival-Bühnen dieser Welt waren damals für sie noch weit weg. Trotzdem haben sie es mit Arbeit, Fleiss, und teilweise auch Glück, geschafft. Oder waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bzw. trafen zum bestimmten Zeitpunkt den Nerv der Zeit. Zum Schluss jedoch das Wichtigste: Habt Spass und zeigt eure Leidenschaft für die Musik!

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