Da staunten die Gäste des Sisyphos nicht schlecht, als am Tag der Deutschen Einheit plötzlich Samples wie „Around the World“ und „Harder, Better, Faster, Stronger“ aus den Boxen des Berliner Clubs strömten.

Gemunkelt wurde im Vorfeld ja schon lange und das Gerücht, dass Daft Punk zum Abschluss der vier Tage andauernden Nichtgeburtstags-Sause des Sisyphos als „Surprise Act“ die Bühne rocken wird, hielt sich bis zuletzt dermaßen hartnäckig, dass selbst die Skeptiker unter den Clubgästen langsam aber sicher selbst daran glaubten. Und als dann tatsächlich um 19:30 Uhr alle Lichter ausgingen, die Boxen abrupt verstummten und die Scheinwerfer den Clubeigenen Teich beleuchten, war auch dem letzten Kritiker klar, dass etwas Großes folgen musste. Nach einer kurzen Rede samt inszeniertem Begräbnis, sorgte außerdem ein von der Decke heruntergelassener Pfefferminzlikör Brunnen für Erfrischung bei den Tanzwütigen.

Doch das eigentliche Highlight des Abends sollte erst noch folgen, denn während der Schnapsbrunnen alle ablenkte, konnten sich die zwei menschlichen Roboter-DJs in glitzerndem leucht-Outfit hinter dem Mischpult in Startposition begeben und mit „Robot Rock“ (2005) innerhalb weniger Millisekunden spontane Herzinfarkte und hysterische Schreie auslösen. Oldies but Goldies: Mit musikalischen Auszügen aus der Daft Punk „Greatest Hits Collection“, ließen Tracks wie „Da Funk“ (1995) und „Around the World“ (1997) das Publikum im Kollektiv durchdrehen. Aber auch Klassiker wie „Aerodynamic“ und „Harder, Better, Faster, Stronger“ (2001) oder unvergessene Evergreens wie „One more Time“, „Digital Love“ (2001) und „Technologic“ (2005) durften nicht fehlen und sorgten für ordentlich Feuer auf der Tanzfläche.

Die Pariser Acid House und Techno Pioniere beeinflussen mit ihrem ganz eigenen und individuellen Stil seit mehr als 20 Jahren das Club- und Musikgeschehen weltweit und revolutionierten damit die elektronische Tanzmusik (EDM), wie wir sie heute kennen.

Doch später dann die Ernüchterung: Nicht Daft Punk selbst, sondern eine 1:1 Imitation des DJ-Duos namens „Daft Punk Tribute“ (http://www.daftpunktribute.ie) hatte im Sisyphos für Aufregung gesorgt. Die zwei Iren lassen sich unter anderem über ihre Facebook Seite (https://www.facebook.com/daftpunktributeact/) für Events, Festivals, Partys oder eben auch Clubauftritte buchen und treten als Doppelgänger und Cover-Gruppe der zwei französischen Originale auf der ganzen Welt auf. Zugegeben, schwer ist es mit den Helmen ja nicht. Dennoch haben es die Beiden geschafft, dass niemand auch nur eine Sekunde daran gezweifelt hätte, dass hier tatsächlich Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter, besser bekannt als Daft Punk, die Plattenteller drehen.

Nichtsdestotrotz hatten die Berliner einen sichtlich tollen und großartigen Abend, viel Spaß und eine unvergessliche Zeit im Sisyphos. Und letztendlich ist es ja nur das, worauf es ankommt.

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